
Das Durchtrennen von extrem dickem Glas ist eine echte Herausforderung für die Geräte. Wenn man versucht, ein solches Stück Glas kalt zu schneiden, werden die Schneidwalzen stark beschädigt. Sie zerkratzen schnell und verschleißen noch schneller. Zudem muss man viel Zeit damit verbringen, sie auszutauschen.
Wir haben eine bessere Lösung gefunden: Wir verwenden Kurzwellen-Infrarotlampen, um das Glas genau an der Schnittstelle zu erwärmen. Dadurch ändert sich die Reaktion des Materials völlig.
Thickes Glas fungiert nämlich als Wärmeleiter. Wenn man einen herkömmlichen Heizer verwendet, wird nur die Oberfläche erwärmt – was für den Kern eines 20 mm oder 30 mm dicken Stücks Glas überhaupt nichts nützt. Deshalb verwenden wir Kurzwellen-Infrarotstrahlen. Die Wellenlänge dringt tief in das Silizium ein.
Dadurch schmilzt das Glas nicht – das wäre katastrophal. Stattdessen wird das Material etwas flexibler. Die Schneidwalze hört auf zu schneiden und gleitet stattdessen über die Oberfläche des Glases.
Aber man muss bei der Einrichtung vorsichtig sein. Hochleistungsquarzlampen werden unglaublich heiß. Wenn man sie einfach anschließt, ohne eine ordentliche Kühlungskonstruktion zu haben, können die Halterungen beschädigt werden oder die Anschlüsse zerstört werden.
Wir empfehlen außerdem den Einsatz eines gefokussierten Reflektors. So kann das Licht genau auf die Schnittlinie gerichtet werden. Wenn die Wärme zu weit streut, dehnt sich der Rest der Platte aus – und dann wird es problematisch.
Der eigentliche Vorteil liegt in der Langlebigkeit der Werkzeuge. Wenn die Oberfläche weicher wird, „springt“ die Schneidwalze nicht mehr herum und es entstehen keine kleinen Schäden. Die Verbrauchsmaterialien halten länger, die Schnitte sind sauberer – und man muss weniger Ausschuss wegwerfen.
Der einzige schwierige Punkt ist die Zeitsteuerung. Man muss die Aufheizzeit der Lampe perfekt auf die Geschwindigkeit des Schneidekopfes abstimmen. Wenn man das falsch macht, wird das Glas entweder zu wenig erhitzt oder es entsteht eine zu große Wärmezone. Wenn man das richtig macht, ist alles einfach.